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Geschichte des Hauses

1536

Im Jahre 1536 wanderten die Familie Denhardt von Marburg aus nach Schlüchtern.

Obwohl es eine angesehne Familie war, der Vater war sogar Stadtrat von Marburg, gingen sie in das ärmlich Land an der Reiches Straße. Dort erwarben sie einen bestehenden Gasthof. Kurz darauf eröffneten Sie auch eine Fleischerei.

Der Grund hierzu ist wahrscheinlich, dass die Familie evangelisch war und Schlüchtern sehr früh konvertierte.

Die Zunft

Von der Metzgerzunft in Alt-Schlüchtern

Das Metzgerhandwerk gehört zu den Urhandwerken. Es entstand aus dem Verlangen der Viehbesitzer nach einem Praktiker für die Hausschlachtungen. In Schlüchtern werden die ersten Metzger 1331, also vor über 660 Jahren zum erstenmal erwähnt. Damals wurden sie als Fleischhauer (carnifex) betitelt. Aber diese Bezeichnung änderte sich in den laufenden Jahren, schon 1387 nannte man sie Metzler, im Jahre 1399 schon Fleischer. Der Titel Fleischer war so dominierend, daß er sogar schon im 14. Jahrhundert hinter den Taufnamen im Kirchenbuch verzeichnet wurde. Das Handwerk wurde in unsrem Raum immer mit Metzger bezeichnet, das kommt daher, daß man Metzler in unserer Mundart Megster gesprochen hatte. Erst in diesem Jahrhundert kamen die Bezeichnungen Fleischerei auf, ebenso wie Schlachterei oder Wursterei, diese Begriffe wurden aus anderen Regionen mitgebracht.

Der Urmetzger verkaufte seine Ware nicht wie heute in seinem Haus, nein, es gab damals die sogenannten Fleischbänke, die hier in Schlüchtern mit Schern, Schirn oder Scharn bezeichnet wurden. Dies war wahrscheinlich in der Krämerstraße. Dort zogen die Metzger mit ihren Wagen hin, ausgerüstet mit Hackklotz, Waage, Fleischhaken, Beil und Messer. In großen Städten entwickelten sich daraus die Schirn, Gassen und Straßen, sogar ganze Viertel, in denen die Metzger gemeinsam wohnten und arbeiteten. So entwickelte sich langsam aus den Wagen feste Buden, später die Läden.

Die Pflichten des Handwerkes waren streng geregelt. So mußten die Metzger an 2 Tagen in der Woche bis mittags 12 Uhr die Waren feilbieten. Schon damals wurden die Waren von der Stadt kontrolliert nach Qualität und Preis. Die verschiedenen Fleischsorten mußten getrennt liegen, so daß jedermann sie sofort erkennen konnte.

Zu den Rechten des Handwerkes gehört die Genehmigung das Gymnasium und die Grafen mit Fleischwaren beliefern zu dürfen. Da der Bedarf an Tieren hierfür so groß war, geboten die Fürsten für Schlüchtern, daß kein Bauer sein Vieh an Fremde verkaufen durfte. Dies geschah trotz allem, worüber sich die Zunft sehr erboste und es zu kleinen Kriegen gegen Viehhändler aus dem bayrischen und aus dem Raume Frankfurt kam. Mit dem Kriegsspruch:"Kazoffeblut ist keine Buttermilch" zog die Zunft gegen ihre Widersacher aus. Zu den Rechten gehörte auch die Genehmigung mehr Hammel als alle anderen Bürger und Handwerker halten zu dürfen und diese auf öffentlichen Wiesen weiden zulassen. Dies verärgerte die Mitbürger sehr, weil die Metzger regen Gebrauch davon machten.

Die Metzgerfamilien beharrten sehr auf ihrem Handwerk, so wurde dieses in der Familie auf den Sohn weitergegeben. Die langlebigste Metzgersippe sind die Denharde (Hausmann). Sie stammen aus dem Raum Marburg und sind im 16. Jahrhundert nach Schlüchtern gezogen (ca. 1538). Die Familientradition setzt sich bis zum heutigen Tage fort. Am 27.Juli 1900 heiratete der Metzgermeister Hausmann die Tochter des Metzger Denhard, welche das Stammhaus übernahmen und deren Erben die Tradition bis heute fortsetzten. Aus dem Bruder ging die Metzgerei Denhard hervor, heute Besitzer des Hotels "Zum Löwen", die Ihre Metzgerei vor einigen Jahren aufgaben.

Um 1600 hießen die Metzger Denhard, Götz, Grauel und Romeiser. Im Jahre 1719 gab es schon 22 Metzgermeister, 1729 30 und 4 Judenmetzger, 1791 32 und 1793 sogar 33 Metzgermeister in der Stadt. Von da an ging es mit der Zunft bergab, 1867 gab es nur noch 10 Metzger. Davon sind bis auf den heutigen Tage 3 Metzgereien übriggeblieben, dies ist eine traurige Zahl, bedenkt man, daß sich die Einwohnerzahl ca verfünffacht hat.

Die Zünfte vertraten hauptsächlich das wirtschaftliche Interesse der Metzger. Aber sie waren auch gute Christen, den der Kirchgang gehörte genauso zur Pflicht, wie das Gebet am Ende jeder Zunftsitzung. Die Zunftordnung regelte die Fleischpreise (keiner durfte den anderen überbieten), als auch die Hochzeit und die Beerdigung. Aber auch die Ausbildung und das Erlangen des Meister-Titels wurde streng gehandhabt.

Leider wurde die Zunft nicht mehr am Leben gehalten, als die Zahl der Metzgermeister nachließ. Der letzte Eintrag im Zunftbuch ist am 20. Februar 1849 geschrieben worden.

Verschwunden ist auch die Gemeinsamkeit der Meister, wie auch die gemeinsame Werbung im Lokalblättchen, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts üblich geworden war.

Aber das Schöne am Beruf ist geblieben, das von Gott Gegebene zu respektieren und mit seiner Kunst zu verfeinern und zu verkaufen. Wie das Lächeln der Kinder, die im Laden ein Stück Wurst bekommen.

1900

Am 27.07.1900 wurde die Fleischerei von Metzger Karl Denhard und dessen Sohn Johann Adam zu Schlüchtern auf Metzger und Gastwirth Johannes Hausmann und dessen Ehefrau Anna Elisabeth geb. Denhard überschrieben. Dieses Dokument ist die Grundlage der Feier.

1920

Die Familie

Einst wie heute bestimmt die Familie das Schicksal des Betriebes. Eng verbunden mit der Belegschaft, denn diese gehörte eigentlich immer zur Familie. Nur durch eine enge Zusammenarbeit konnte der Betrieb erhalten werden. Auch heute ist die Belegschaft und die Familie die Stütze des Erhalts. Die Innschrift des Hauses zeigt, hier leider nicht vollständig zu sehen, Metzgerei-Wirtschaft von Johannes Hausmann Ww.

Johannes Hausmann war der erste Hausmann in Schlüchtern. Die Familie stammt aus Fleschenbach bei Freiensteinau. Er heiratet die Tochter des Fleischermeisters Denhard. Der Betrieb wurde am 27.07.1900 auf Johannes Hausmann überschrieben. Gefolgt von Adam Hausmann, Hans Peter Hausmann und Hans Dieter Hausmann. Seit über 450 Jahren wurde der Betrieb hier in Schlüchtern immer in der Familie weitergegeben. Um 1540 herum kamen die Vorfahren aus Marburg hier her. Warum ist uns nicht bekannt, was aber von Bedeutung sein kann ist, dass die Familie schon lang evangelisch ist. Hier könnte ein Zusammenhang mit dem Kloster und der Stadt Schlüchtern entstehen, auch ist hinzu zurechnen, dass die Reiches Straße eine enorme Arbeitsplatz-Angebot mit sich brachte. Welches der wahre Grund ist, ist nie zu erraten. Aber das Marburg und Schlüchtern wie zwei Welten auseinander lagen, ist vorstellbar und deshalb musste die Übersiedlung einen enormen Grund gehabt haben.

1942

Obertorstrasse und ihre Kinder



Mitten im 2. Weltkrieg waren die Spielplätze rar, aber Kinder sind flexibeler als man meint. Ein Erdloch vor der Baustelle Obertorstraße 3 war schon genug. Bei der Arbeit sehen wir die eingeschworene Jugend aus der Straße. Darunter sind Hans und Hildegard Hausmann und der Nachbarsjunge Harri, Ernst Gärtner. Nach dem Krieg musste erst mal erneut eine Genehmigung für die Gaststätte eingeholt werden, damit diese weiter betrieben werden konnte. Adam Hausmann war zu dieser Zeit in Kriegsgefangenschaft in Frankreich. Nach seinen eigenen Erzählungen war er dort in der Küche sehr begehrt, denn alle liebten seine Bratkartoffeln, und diese waren wirklich lecker. Keiner in der Familie macht diese so gut. Die französische Sprache blieb einfach an ihm hängen, fragte man ihn irgendwas, so antwortete er immer mit: "woi,woi" statt mit "ja".

1945

Rechnung von Firma Thaler aus 1945



Viele Leute der heutigen Zeit werden sich nicht mehr daran erinnern, die Brauerei Thaler in Schlüchtern. Heute steht auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei das Parkhaus des Kaufhauses Langer. An die alten Zeiten erinnert noch die Villa bei der Molkerei oder der Eisweiher beim Schwimmbad. Hier wurde früher die Eisblöcke im Winter gesägt und im tiefen Keller der Brauerei eingelagert. Kühlräume wie heute kannte man noch nicht. Der Preis für die Flasche mit 0,23 DM ist heute nicht mehr möglich. Wenn man genau auf das Datum sieht, erkennt man, dass der Krieg nicht lange vorbei war. Seit die Brauerei die Produktion eingestellt hat, im ersten Weltkrieg, ist die Firma Hausmann Kunde bei der Lauterbacher Burgbrauerei, Schlitzer-, Lohrer- und Willbrauerei. Es gibt nur regionale Biere.

1948

1948 Die Nachkriegszeit

Da Adam Hausmann nach dem Kriege wegen der Parteizugehörigkeit nicht gleich wieder die Genehmigung zur Führung der Fleischerei erhielt, wurde der Laden an Otto Zimmermann vermietet. Der Samen-Zimmermann war früher ein fester Begriff in Schlüchtern wie das Geschäft Lins usw..

Später führte er das Geschäft weiter in der Obertorstraße in der Höhe wo heute der City Dönner ist. Ein paar Stufen ging es immer hinab in die Verkaufsräume, die im Keller lagen.

1949

Die Gewerbeanmeldung


Kurz und bündig, keine langen Formulare oder der gleichen. Keine Durchschläge und EDV Nummern. Und noch vom Bürgermeister (Bertram) persönlich unterschrieben. Was sagt uns das? Die Verwaltung war vor über 50 Jahren noch einfacher, heute würde dieses ein Sachbearbeiter fertig stellen und der Amtsleiter (wie immer die auch richtig heißen) würde es unterschreiben, der Bürgermeister würde es nicht mal merken. Aber der Sinn des Dokumentes ist, fast hätte ich es vergessen zu erwähnen, Adam Hausmann darf wieder ab dem 1.11.1949 sein Gewerbe ausüben, kurz vor dem 50. Geburtstag der Firma
Auch wurde zu diesem Anlaß der erste Kalte Markt nach dem 2. Weltkrieg gefeiert, aber nur bei uns in der Gaststätte. Der alte Brauch, den Kalten Markt in Form einer Schnapsflasche ein zu graben und zum Fest wieder aus zu graben wurde wieder aufgenommen. Ein Jahr später richtete die Stadt Schlüchtern den offilzellen Kalten Markt wieder aus. Seit dem gibt es zwei Eröffnungen am Kalten Markt.

1950

Der Laden von damals

Hier sieht man den Verkaufsladen von damals. Das Fleisch hängt einfach ungekühlt im Laden. Der Verkauf ging nicht über digitale Edv-Waagen, sondern über eine Balkenwaage, die wir im Vordergrund sehen. Die Gewichte wurden immer Geeicht. Die Personen sind Frau Hausmann, Frau Trabend mit Mann, Schwester von Adam, und ganz rechts Adam Hausmann. Fotos waren zu dieser Zeit immer noch was besonderes, denn der Blick ist sehr angestrengt. Der Laden war sehr klein, aber er reichte aus, denn das Sortiment war nicht so groß. Eine entsprechende Ladengröße sieht man noch heute in der Brückenauer Straße, die ehemalige Metzgerei Zipf. Von den vielen Metzgereien in Schlüchtern sind nicht viel übrig geblieben. Die Supermärkte nahmen die Existenz der kleinen Handwerksbetriebe, damals dachte man noch nicht so weit. Heute geht wieder die Angst um, das Aussiedeln der Großanbieter tötet die Innenstädte. Eine Gefahr die immer verkannt wurde. Wo ist den heute die sogenannte Gemütlichkeit der Innenstädte? Verloren an die grünen Wiesen am Stadtrand. Würden noch die vielen kleinen Betriebe von einst existieren, die Wirtschaften und die Einzelhändler als auch die Handwerksbetriebe, dann könnte sich die Innenstadt vor Besuchern nicht retten.

1951

gegen Hunger haben wir was



Damit ist der Raum hinter der Gaststätte gemeint. Die späten Besucher der Gaststätte kennen ihn als Ausgang bei der Nacht, oder Ausruheplatz zur nächsten Runde. Aber die wahre Bedeutung liegt wo anders. Seit Jahrzehnten, wahrscheinlich sogar Jahrhunderte ist es der Raum, wo die Familie und die Belegschaft zusammen sitzt zum Essen. Hier ist Stift und Meister gleich, hier wird alles besprochen was geht. Leider hat der Zauber durch den Stress der Zeit etwas verloren. Aber noch immer ist es so, wenn beim Frühstück ein Lieferant oder Vertreter kommt, der bekommt was zu essen, Geschäfte werden erst später gemacht.

Auf dem Teller der Männer sehen wir den berühmtesten Artikel der Firma, die Fleischwurst, ausgezeichnet mit dem Prädikat Gutes aus Hessen, mit Namen betitelt wie: Jugendtraum und Frauenstolz.

Den Küchentisch, obwohl er damals schon alt war, war mir auch noch bekannt, er diente zuletzt als Ablage im Lagerbereich, bevor er in den Ruhestand kam. Zu wem die Beine gehören, kann ich leider nicht mit Gewissheit sagen, aber der Chefin von damals glaube ich.

was war der Anlass?


Eigentlich schon komisch, trotz Emanzipation ist es doch so geblieben, der Männerstammtisch. Noch immer werden die meisten Stammtische von Männern geprägt, Frau noch heute die Ausnahme (aßer den Sekties). Aber nun zum Bild, was war da los? Im Hintergrund sehen wir den Chef, auch er im Anzug. Der Mann vor dem schönen Kachelofen, so einen hätte ich gerne, mit Orden um den Hals. Alles sieht irgendwie offiziell aus. Was das Auge nicht vermag, da hilft die Technik, auf dem Ordensband steht des Rätsels Lösung, Präsident. Es ist der Kalt Marktspräsident vom Hausmann. nach dem Krieg wurde der Kalte Markt wieder ins Leben gerufen durch die Stammtische der Gaststätte. Was auf den Dörfern die Kirmes ist in der Stadt der Markt. Noch heute ist es so brauch, deshalb haben wir ja auch zwei Kalte Markts Präsidenten in Schlüchtern, einer von den Vereinen, einer von den Stammtischen. Auch ist die Trinkgewohnheit zu verzeichnen, das Gespann. Zu jedem Bier ein Korn. Wo der Orden beblieben ist, weiß ich nicht, aber der Schlips von damals hängt noch heute in unserm Schrank, er erhält mit so einem altem Bild einen ganz neuen wert.

Meister und Lehrling

Großviehschlachtung

Nicht nur Schweine wurden geschlachtet hier im Hause, obwohl man das bei dem Spruch "saugut" meinen könnte, auch Rinder sind Fleischlieferant. Links sieht man den Meister von damals, daneben den Lehrling und im Hintergrund der Fleischbeschauer. Die Schlachtungen werden zu diesem Zeitpunkt schon im Haus ausgeführt. Das Schlachthaus für den kleinen Metzger ist entstanden. Der Schlachthof hat eine bedeutende Rolle in der großen Stadt. Wenn man denkt, was Frankfurt mal für einen Schlachthof hatte und heute, nichts mehr. Da wurden die Schweine per Bahn und Lkw angeliefert. Da gab es Auktionen und Notierungen. Die Preise auf dem Lande wurden "nach Frankfurt" gerechnet. Gelnhausen, Hanau, Wächtersbach, alles ein Teil der Geschichte. Aber damit ist auch ein Teil der Geselligkeit gestorben, das Treffen mit dem Kollegen entfällt, es entstand durch den harten Wettbewerb gegen die Großanbieter ein Wettbewerb untereinander. Auch der direkte Kontakt zu den Erzeugern ist nicht mehr so geblieben. Viele Fleischereien und Verkaufstellen haben nur noch anonymes Fleisch, die Herkunft nur noch auf dem Papier, Angestellte die noch nie ein Schwein lebend gesehen haben, kennen nur die Vakuumverpackung.

1960

Mitte der 60er

Lang vor dem Umbau änderte sich an der Hauptansicht nicht viel. Die Gebäude-Aufteilung blieb seit Jahrhundert ähnlich. In der Mitte des Gebäudes war die Haustür. Im Flur gingen die Türen in die Gaststube und in den Laden ab. Eine neue Fasade wurde angebracht. Damals modern, hell-grüne Kacheln. Schön zu sehen, das Gebäude Obertorstraße Nr. 7. Noch mit dem großen, zwei flügligen Tor versehen. Direkt daneben ist ein kleines Schaufenster (heute Elektro-Kasten), dann die Treppe in das Gebäude und das große Schaufenster. Große Glasflächen waren zu dieser Zeit selten, gut zu sehen daran, daß das Fenster vom Laden noch dreigeteilt ist.

Im Mitten des Gebäudes befindet sich auch ein Fahnenmast-Halter. Selbst die alte Flagge (Schwarz, weiß, rot) ist noch erhalten. Der kleine Schaukasten an der Seite der Wirtschaft ist vom Turnverein Schlüchtern

1965

Die Bergwinkel Vagabunden

Gemeint sind nicht die Landstreicher, sondern der Verein. Was nicht auf dem Bild zu erkennen ist, es handelt sich hier um die Weihnachtmänner nach Dienstschluss.

Dieses ist eine tolle Einrichtung, singen, tanzen, Späße machen, Weihnachtsmann. Um nur ein paar Namen zu nennen, Hans Blum, Karl Heinz Schäfer usw.

Aber was sagt das Bild noch aus, seht mal genau hin, das Bild an der Wand ist schon sehr alt, hängt aber immer noch in unsere Kneipe. Auch das Holzmesser an der Decke ist heute noch erhalten. Die Inschrift ist: Halts Maul, du Lügeoas. Und wehe dem, der an der Glocke läutet, eine Lokalrunde bedeutet das. Die Schnäpse beim Bier sind verschwunden, heute heißen sie "Brenner" oder "einer aus der Match-Box". Auch das Rauchen hat sich verändert, die Zigarren sind fast verschwunden, die Zigarette hat ihren Siegeslauf gewonnen. Aber nun zur Erklärung der Match-Box, gemeint ist der kleine unscheinbare weiße Kasten in der Theke, in dem der Ewige Winter herrscht, hier sind Obstler und Co. bei minus 15 Grad gelagert und warten nur geduldig darauf den Weg über das Glas in den Körper zu beschreiten, um dann das Hirn auf Sparflammen und später auf Kopfschmerzen zu stellen. Hans hat die Angewohnheit die Gläser immer bis zum Rand zu füllen, was arme Schlucker in Verzweiflung bringt, denn die Menge muss verarbeitet werden. Ein Stammtisch beschwerte sich einmal über die vollen Gläser die frei vom Wirt kamen, Hintergedanke war nur der frühe Feierabend, worauf er maßgenaue Gläser servierte, aber dafür zwei für jeden.

1969

Hier sehen wir die Bauarbeiter beim Abriss des Stammhauses. Das Nebengebäude ist das Geschäftshaus Jeans-Rech (Sparmarkt früher). Beim Abriss stellten sich frühere Bausünden heraus, beide Häuser hatten nur ein Fundament und dadurch, daß das Stammhaus nicht unterkellert war, wurde das Nachbargebäude mit einem neuen Fundament unterfangen. Noch während der Bauphase wurden die Pläne des Neubaues geändert, statt der geplanten Wohnungen wurde ein Hotel gebaut. Kurz nach dieser Zeit wurde auch das Hotel "zum Löwen" erweitert. Alles vergänglich, Stadthotel, Deutsches Haus, Hotel Stern, Hessischer Hof, Hotel Fernblick, Neue Klause, Hotel Löwen, Lindenhof. Viele alte Familien-Geschichten hängen an diesen Gebäude, Veränderungen an und in der Stadt, neue Märkte, alles verändert, nicht immer zum Guten, auch ist das Neue nicht immer besser als das, was schon da ist.

Das alte Zollhaus bleibt stehen

Dieses Bild stammt aus 1969. Im Frühjahr wurde das Stammhaus in der Obertorstraße (Nr. 5) abgerissen. Das Nachbarhaus wurde auf Stützen gestellt und dann wieder angegliedert. Zu dieser Zeit wohnte Frau Traband in diesem Haus, die Schwester von Adam Hausmann. Heute, nach einer Total-Renovierung Ende der 80er Jahren, befindet sich im Obergeschoß zwei Appartements des Hotels, im unteren Teil ist die Fahrschule Pauli untergebracht. Heute ist der Teeladen drin. Das Baujahr des Hauses ist ca. Mitte des 16. Jahrhunderts. Damals wurde es als Zollhaus für das Obertor genutzt. Noch heute ist der sehr hohe Keller aus Naturstein erhalten, den ehemaligen Brunnen kann man noch erkennen, ist aber nicht mehr in Benutzung. Die Einfahrt wurde erst im 19. Jahrhundert eingebaut, bisdahin gab es nur einen Kuhgang zwischen den Häusern und die Scheune wurde von der Schloßstraße aus erreicht. Um die Schloßstraße bebauen zu können, wurde die Einfahrt errichtet.

1977

Fußball ist auch unser Leben!

Sport ist Gesund. Unter diesem Motto entstand das erste Fußball-Duell zwischen der Belegschaft und einem Stammtisch, also Hausmann gegen Schobbe-Petzer 1976.Das Bild stammt aus 1977 beim 2. Versuch. Unter den Mitstreitern befinden sich alte Bekannte. August Bruns (Futtermittelhandel), Erich Flach (Bademeister a. D.), Axel Rüffer (Fleischermeister, damals Azubi), Herbert Hofmann (Fleischermeister), Franz Henrich (Schullehrer), Hans Hausmann (Fleischermeister), Jürgen Michels (Schullehrer), Suse Frick (Grafikerin), Herbert Kraft (gest.), Dieter Kollmann (Schwager von Hans), Wolfgang Rottmann, Heinz Böger (im Schottenrock), Hagen Schäfer (Sohn von Karl-Heinz), Willi Horchler (gest.), v. Rockenthien (gest.), Bernd Reekers (Bäckermeister), Klaus Hofmann (Fleischer), Jo Frick

Die Sportstätte war die Koppel von Hausmanns, wo sonst die Pferde grasten, rasten nun diese Mädchen und Buben dem Ball hinterher. Mehrmals wurden solche Aktionen wiederholt.

Nach dem Spiel begann das Spiel, und was für ein Spiel. Bei dem ersten Turnier konnte man noch nach Jahren in der Wiese Kümmerling Deckel finden. Damals hatten diese Damen und Herren und die Zuschauer das Lager von Thalers leer getrunken.

1980

Das Sparkästchen

Das waren noch Zeiten. In den 80er-Jahren fanden immer kurz vor dem Kalten Markt die Leerung der Sparkästchen statt. Die Sparkästchen wurden dafür genutzt, damit die Leute genug Geld für den Markt hatten. Zu den Glanzzeiten der Sparkästchen waren 120 Stück belegt. Da alle Leute nicht in die Gaststätte passten, zog die Gaststätte in die Kreissparkasse, mit Sack und Pack.

Typisch an diesem Foto ist, Hans kann keine leeren Gläser sehen, und alles muss immer schnell sein. Kaum hat ein Gast die Wirtschaft betreten, da muss auch das erste Bier auf dem Tisch stehen, und wehe, wenn der dann ein Wasser will.

Auch gut zu sehen, Hans fehlt an der linken Hand ein Finger. Diese Tatsache nutzt er immer bei einer Bestellung einer Hand voll Bier, vier oder fünf? Übrigens, die Verletzung stammt nicht aus der Fleischerei, sondern aus der Landwirtschaft.
Am 13.06.2014 verstarb Hans Hausmann nach langer Krankheit. Sein Wunsch, hinter der Theke zu sterben ist leider nicht ganz in Erfüllung gegangen. Aber trotz Krankheit nahm er sich die Zeit und Kraft, seine Gäste persönlich bis zum Schluß zu begrüßen.

1985

Unser Willi!

25 Jahre beim Hausmann

Willi Horchler, ein Musterbeispiel für den Familie betrieb. Nach seiner Lehre in unserm Betrieb blieb er bis zu letzt, er ist leider viel zu früh gestorben, in unserem Betrieb. Er war Freund und Angestellte, Kampfkamerad und mehr. Von der Produktionsseite her kam er in den Verkauf, dort wurde er das Zugpferd des Betriebes. Viele Kunden, aber auch wir, vermissen ihn noch heute. Auf dem Bild sehen wir ihn bei der Verleihung zum 25-jährigem. Sein Hobby war auch der Beruf, am Grill unschlagbar. Noch heute hören wir ihn sagen: " Junge mach Deckel!" Vergessen darf man aber nicht, auch Herbert und Klaus Hofmann waren genau so lang bei uns. Nur durch das Team, jeder ein Teildes Ganzen, ist ein solche Geschichte eines Familienbetriebes machbar.

1999

Martin-Time


fast wie zwei Brüder

Martin Kretschmann, der kleine Bruder, obwohl er größer ist, von Sabine Hausmann ist ein Quereinsteiger in den Hausmann. Einmal im Monat, den 2. Samstag, heißt es ab 20.00 Uhr Martin-time. Hier ist ein anderer Hausmann, für die Jugend und die, die es geblieben sind. Seit November 1999 läuft dieses Experiment mit der Gaststätte. Unter der Hilfe von Hans Dieter Hausmann und der Freundin von Martin entsteht hier eine andere Atmosphäre als sonst. Mit Musik vom Band und gedämpftem Licht, Goldfolien als Dekoration ist der "Hausmann" kaum wiederzuerkennen. Das Bild entstand aber nicht in Gaststätte, sondern bei einem Biergarten im Hof beim Grillen.

2003

Am 31.12.2003 schliessen wir zum letzten Male die Tür der Fleischerei zu.

Nach nur kurzer Umbauzeit wurde der ehemalige Verkaufsraum der Fleischerei an die Gaststätte angegliedert. Mit der Erweiterung haben wir nun über 60 Sitzplätze in der Gaststätte.

Der Anbau bekam den Namen Brandensteiner Stübchen, viele kleine und große Details erinnern an die Burg Brandenstein. Wie zum Beispiel das original Fenster der Burg, hier links zu sehen.

Der Raum ist eine Nichtraucher Zone, damlas eine viel disskutierte Idee, heute ist es Standart.

Er kann zum Biergarten komplett geöffnet werden.

Noch ca. zwei Jahren verkauften wir unsere Wurstspezialitäten Freitags und Samstags aus einem Verkaufswagen.
Heute stellen wir nur noch für Feste und für die eigene Küche her.

2006

Wir haben es wieder geschafft!

Wir haben den 3 Sterne Status für unser Gasthof erhalten!


Wirtschaftsleben - Drei "G-Sterne" für Schlüchterner Familienbetrieb
Hausmann erster klassifizierter Gastronomiebetrieb im Kreis Schlüchtern.
Eine Premiere feierte der Gasthof Hausmann und damit die Familie Hausmann in Schlüchtern. Sie darf sich als erster Gastronomiebetrieb im Kreis mit drei Sternen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes schmücken. Erster Kreisbeigeordneter und Tourismusdezernent Frenz überreichte Urkunde und Plakette dankte dem Wirtsehepaar Sabine und Hans-Dieter Hausmann ausdrücklich für ihre Bereitschaft, ihren Betrieb klassifizieren zu lassen. Glückwünsche überbrachte auch Schlüchterns Bürgermeister Falko Fritzsch, der sich darüber freute, dass in Schlüchtern der Startschuss für die G-Klassifizierung gegeben worden ist.

Foto: Anni und Hans Hausmann, Günter Frenz, Burkhard Kornherr, Leiter des Kreistourismusreferats, Sabine und Hans-Dieter Hausmann, Schlüchterns Bürger-meister Falko Fritzsch und Maria Deuker, Leiterin der Tourist-Information Schlüchtern

Wir erfüllen auch weiterhin dieses Niveau, auch ohne den deutschen Klassifizierungs-Wahnsinn :-)

2013

Im Hof entsteht eine Kistenbar.

Mit fetziger frischer Musik wird nun auch im Hof gefeiert.

Zu verschiedenen Anläße öffnete die Kistenbar. Dort gibt es Schlappeseppel Bier und Cocktails.

2015

Nach der Erkrankung von Hans Dieter Hausmann ändert sich einiges, aber nicht der Hausmann.

Auch wenn die Familie etwas geschrumpft ist, bleibt doch der Hausmann, trotz vieler Gerüchte und falschen Geschichten geht es mit dem Gasthof weiterhin vorran.

Im Hof entsteht eine Raucherlounge.

Das Restaurant bekommt eine Erfrischungskur.

Einer der neuen Spezialitäten ist der Flammkuchen, der in einem Steinbackofen gebacken wird.

Nach original französischen Rezept, mit dem Erfindungsgeist der Hausmanns entsten verschiedene Greationen.

Probieren lohnt sich! :-)